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Don Pasquale

Don Pasquale ist eine Opera buffa in drei Akten von Gaetano Donizetti mit einem italienischen Libretto von Giovanni Ruffini und dem Komponisten selbst (unter dem Pseudonym Michele Accursi). Die Oper basiert auf dem Libretto Ser Marcantonio von Angelo Anelli. Die Uraufführung fand am 3. Januar 1843 im Théâtre-Italien in Paris statt.

Figuren und ihre Stimmlagen:

  • Don Pasquale: Bass – Ein wohlhabender, älterer Junggeselle, der seinen Neffen enterben und selbst heiraten will.

  • Norina: Sopran – Eine kluge, selbstbewusste junge Witwe, die Ernesto liebt und Don Pasquale mit einer List überlistet.

  • Ernesto: Tenor – Don Pasquales Neffe, der Norina heiraten möchte, sich aber dem Willen seines Onkels widersetzt.

  • Dr. Malatesta: Bariton – Ein gewitzter Arzt und Freund Ernestos, der den raffinierten Plan zur Täuschung Don Pasquales entwickelt.

  • Ein Notar: Bass – Wirkt bei der scheinbaren Eheschließung Don Pasquales mit.

Handlung (Zusammenfassung):

Erster Akt:

Der reiche Don Pasquale ist enttäuscht von seinem Neffen Ernesto, der sich weigert, die von ihm gewünschte Braut zu heiraten, weil er die junge Witwe Norina liebt. Um Ernesto zu bestrafen und ihn zu enterben, beschließt Don Pasquale kurzerhand, selbst zu heiraten und einen eigenen Erben zu bekommen.

Sein Freund Dr. Malatesta nutzt diese Situation für einen Scherz. Er stellt Don Pasquale eine angeblich schüchterne und tugendhafte junge Frau namens Sofronia vor – in Wirklichkeit ist es Norina in Verkleidung. Don Pasquale ist sofort begeistert und stimmt einer schnellen Hochzeit zu.

Zweiter Akt:

Vor einem falschen Notar wird die Ehe geschlossen. Kaum ist der Vertrag unterschrieben, verändert sich Norinas Verhalten schlagartig. Aus der bescheidenen Sofronia wird eine herrische Ehefrau. Sie gibt Unsummen für Kleidung und Schmuck aus, kommandiert Don Pasquale herum und ohrfeigt ihn schließlich sogar vor den Bediensteten.

Der alte Junggeselle erkennt entsetzt, dass seine Ehe zum Albtraum geworden ist. Malatesta genießt das Chaos und sorgt dafür, dass Don Pasquale immer tiefer in die Verzweiflung gerät.

Dritter Akt:

Norina hinterlässt absichtlich einen Brief, der ein heimliches Treffen mit einem Liebhaber ankündigt. Don Pasquale ist empört und beschließt gemeinsam mit Malatesta, den vermeintlichen Nebenbuhler zu überraschen.

Im Garten trifft Don Pasquale jedoch auf Ernesto, der Norina ein Ständchen bringt. Schließlich enthüllt Malatesta die Wahrheit: Die Ehe war niemals rechtsgültig, Sofronia existiert gar nicht, und Norina hat das ganze Spiel nur gespielt, um Ernesto zu helfen.

Don Pasquale erkennt seine Torheit, gibt seinen Widerstand auf und segnet die Hochzeit von Ernesto und Norina. Die Oper endet mit allgemeiner Versöhnung.

Historische Einordnung:

„Don Pasquale“ gilt als eine der vollkommensten komischen Opern des Belcanto und zugleich als der glanzvolle Schlusspunkt der großen italienischen Opera buffa. Donizetti verbindet spritzigen Humor, rasante Ensembles und virtuose Gesangspartien mit einer überraschend feinen Charakterzeichnung. Besonders Don Pasquale wird nicht als lächerliche Karikatur, sondern als liebenswerter alter Mann dargestellt, dessen Eitelkeit und Gutgläubigkeit ihn in Schwierigkeiten bringen.

Musikalisch zählt die Oper zu Donizettis reifsten Werken und enthält zahlreiche Höhepunkte, darunter:

  • „Quel guardo il cavaliere“ – Norinas brillante Auftrittsarie.

  • „Com'è gentil“ – Ernestos lyrische Serenade im dritten Akt.

  • Das virtuose Duett „Cheti, cheti, immantinente“ zwischen Don Pasquale und Malatesta.

  • Das temperamentvolle Finale des zweiten Aktes mit Norinas plötzlicher Verwandlung von der sanften „Sofronia“ zur resoluten Ehefrau.

Mit ihrem geistreichen Libretto, ihrer melodischen Eleganz und ihrem feinsinnigen Humor gehört „Don Pasquale“ bis heute zu den beliebtesten komischen Opern des internationalen Repertoires. Sie bildet den Höhepunkt und zugleich den Abschluss der klassischen italienischen Opera buffa des 19. Jahrhunderts.

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